D61

Sessel
Bauhaus Original
El Lissitzky
1928


D61

Mit außergewöhnlicher Form zum Thron

Rahmen

Ahorn, Buche oder Variante

Polsterung

Stoff oder Leder

Maße (cm)

Breite: 75
Tiefe: 63
Höhe: 71
Sitzhöhe: 43

Variante D61E

Edelstahl hochglanz
poliert

El Lissitzky entwarf das transportable Sperrholzmodell D61 im Jahr 1930 für die Hygieneausstellung in Dresden. Die Ausstellung stellte eine Besonderheit dar und ging auf den Direktor des damaligen Hygiene-Museums zurück. Ziel war es, die zeitgenössischen Probleme der Hygiene aufzuzeichnen und für eine gesundheitsorientierte Lebensweise zu werben. Man versprach sich einen positiven Einfluss des Gesundheitssektors auf die Wirtschaft, sowie eine umfassende Zusammenarbeit mit Künstlern und Wissenschaftlern. Die besondere Einbindung der Künste entsprach dem damals schon modernen Bild von Kommunikation und Netzwerkgedanken der Ausstellungsmacher.


Anlässlich der Ausstellung wurde in Dresden neben dem bekannten Museum eine Reihe kleiner, temporärer Bauten im Stil des Bauhauses errichtet. Unten ihnen gab es den Sowjetpavillon von El Lissitzky, der die moderne Gesundheitspolitik der UDSSR abbilden sollte. El Lissitzky war nicht nur Ausstellungsgestalter des Pavillons, sein D61 war als transportables Möbel für diesen Pavillon gedacht. Das Buchensperrholz wurde kaltgepresst in die außergewöhnliche Form gebracht, die den Sessel zum Thron stilisiert. Ursprünglich in Natur gehalten, unterstrich Tecta seinen Auftritt mit den markanten Bauhaus-Farben Schwarz und Blau.




Der visionäre Konstrukteur. Der Universalkünstler El Lissitzky (1890-1941) ist einer der Hauptvertreter des Konstruktivismus. Der Architekt, Fotograf, Designer, Grafiker und Maler studierte zunächst Architektur an der Technischen Hochschule Darmstadt (1909-14) und in Moskau (1914-18) und unterrichtete – eingeladen von Marc Chagall – an der Kunstschule Witebsk, wo er auf Kasimir Malewitsch trifft. Lissitzky selbst bezeichnete sich gerne als Konstrukteur. Begeistert von exakten Wissenschaften und der Technik der Neuzeit schuf er fortan geometrisch-abstrakte Arbeiten (Proun = Projekt zur Bestätigung des Neuen), die scheinbar schwerelos im Weltraum schweben.


Berühmt, aber nicht gebaut, wurde sein „schwebendes, horizontales Hochhaus“ von 1924 / 25, dessen Name „Wolkenbügel“ möglicherweise auf Hans Arp zurückgeht. Der „Wolkenbügel“ war El Lissitzkys Beitrag zur Modernisierung der Stadt, ein beliebig anzuwendender Prototyp, der markante Punkte auszeichnen sollte. Der „Wolkenbügel“ wurde zugleich zur Ikone der Moderne und sein Erschaffer sollte Recht behalten: „Nur Erfindungen werden die Gestaltung beeinflussen.“ Der Wolkenbügel und seine Kragkonstruktion prägten auch die Entwicklung des Kragstuhls auf der Basis eines neuen Zeitgefühls: des Schwebens und Schwingens.

Als Gestalter prägte der Konstruktivist El Lissitzky die Avantgarde der Zwanziger Jahre wesentlich. Unvergessen ist seine Tribüne für Lenin, die den Revolutionär in einer weit ausladenden Stahlkonstruktion über dem Boden zu schweben scheint und die Geste Lenins bei seinen Propagandareden zitiert.

Tectas Zusammenarbeit mit Lissitzkys Witwe und Sohn Jen geht auf das Jahr 1978 zurück und gilt zunächst einem gebogenen Sperrholzstuhl, ursprünglich für die Hygiene-Ausstellung 1930 in Dresden entworfen. Der Beginn einer Reihe von gemeinsamen Schritten und Entdeckungen.